Montag, 24. September 2012

Das Licht des Wassers - Nachträgliche Betrachtung zu Alban Elfed

Bild von Dr. H. Hoppe / Pixelio | Bearbeitung: ich


Die Herbsttagundnachtgleiche gehörte immer zu meinen liebsten Jahreskreisfesten. Warum? Ich bin eine Waage und damit liegen mir die Themen Balance, Ausgleich, Gleichgewicht besonders nahe. Zudem hatte ich immer einen stärkeren Bezug zu den astronomisch fixierten Festen der Äquinoktien und Sonnwenden, die ich als eher meditativ und introspektiv empfinde als die großen Feste.

Im Druidentum wird die Tagundnachtgleiche Alban Elfed genannt, und auch wenn ich den übermässigen Gebrauch eindrucksvoller Fremdwörter, die mit meiner eigenen Kultur aber gar nichts zu tun haben, eigentlich vermeide, gewährt uns dieser walisische Begriff, den man mit "Licht des Wassers" übersetzen kann, einen großen Einblick in die Natur dieser Zeit und dieses Festes.

Alle der fixierten Feste werden als Lichter bezeichnet: Alban Arthan (Licht des Arthur) ist die Wintersonnwende, Alban Eilir (Licht der Erde) ist die Frühlingstagundnachgleiche, Alban Hefin (Licht der Küste) die Sommersonnwende, und Alban Elfed das Licht des Wassers.

Ohne hier und jetzt auf die anderen Begriffe eingehen zu wollen - schauen wir uns mal den Begriff "Licht des Wassers" an.
Da ist das Licht - Feuer, Wärme, Erleuchtung, das Männliche Prinzip, der Geist. Ein erhellender Strahl, der einen Zeitpunkt markiert.
Und da ist Wasser - das Element des Herbstes, der Auflösung, des Femininen, der tiefen Heilung in den dunklen Urwassern der Welt.
Gemeinsam sind sie die Verschmelzung (nicht Paarung) von Gott und Göttin, das Gleichgewicht der Polaritäten. Das Bild von einem Lichtstrahl, der in einen Kelch fällt, kommt mir dazu in den Sinn.

In der Zeit, in der wir uns nun befinden, beginnt die Natur sich aufzulösen und nach innen zu kehren. Das Feuer des strahlenden Sommers ist noch nicht verloschen, aber es wird verändert durch die abkühlenden, sanften Kräfte des Wassers.
Die stark wechselnden sonnigen und regnerischen Tage in den letzten Wochen sind ein gute Veranschaulichung dieses Vorgangs.

Ich weiß nicht ob meine Deutung dem Ursprung des Begriffs entspricht, aber für mich macht es Sinn.
Es gibt sicherlich noch viel mehr zu Alban Elfed und dem Licht des Wassers zu sagen, aber das soll als Anstoß für eigene Erkenntnisse erst mal reichen, denn mich ruft's gerade zum Essen, und auch das ist wichtig, um sich auf die kommenden kälteren Tage vorzubereiten.

Also, habt einen schönen Herbstanfang!

/|\
Chris

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